gedichte

Die Rheintöchter

DIE RHEINTÖCHTER

Aus den blauen Fluten

Des mächtigen Vater Rhein

Steigt der Glanz güldener Haare

Wallend lang

Die kleinen festen Brüste zu bedecken

Weiße, nackte, schlanke Leiber

Erschaffen von göttlicher Hand

Am breiten Strande dann

Trappeln kleine Füßchen durch heißen Sand

Blankes Wasser perlt hinab und verdampft

Ihre Augen weit, voll Staunen und Entzücken

Über die unbekannte Welt

Durch grüne Wälder unter goldener Sonne

Spielen sie, die schönen Wassergeister

Mit Füchsen, Wölfen und Bären

Ein ganzer Sommer lang ist dies ihr Spaß

Unbekleidet, frei und unschuldig

Bis der Winter kommt und sie wieder

In die dunklen Tiefen zwingt

 

16. Januar 2003

Nach einer alten germanischen Sage